Ästhetische Medizin: Ratschläge & Trends

Facharzt Steffen Giesse über Ästhetik zwischen Trends, Patientenwünschen und Arztempfehlung
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„Gutes Aussehen stärkt das Selbstbewusstsein“

Steffen Giesse ist Facharzt für Chirurgie und Experte für ästhetische Medizin und ästhetische Kosmetologie. Wir haben mit ihm über aktuelle Ästhetik-Trends, die Behandlungswünsche seiner Patienten und seine Empfehlungen für ein frisches, verjüngtes Aussehen gesprochen.

Interview mit Steffen Giesse

Die ästhetische Medizin bietet immer neue und hocheffektive Behandlungsmöglichkeiten. Sehen wir in Zukunft alle besser aus?

Na, das wäre sehr wünschenswert. Formulieren wir das mal so: Durch immer mehr neue, teils mehr, teils weniger effektive Behandlungsmöglichkeiten haben wir ästhetisch behandelnden Ärzte zumindest die Möglichkeit, die Menschen besser aussehen zu lassen. Die theoretische Option ist also gegeben. Es bleibt nur noch die Hürde, alle Menschen zu uns zu bringen und sie natürlich gut zu behandeln.

Was wünschen sich die Patienten, die sich zu Ihnen auf den Weg machen?

Das ist ganz unterschiedlich. Viele, gerade junge Patientinnen und Patienten haben eine sehr genaue Vorstellung von dem, was sie an Behandlung wünschen. Hier handelt es sich dann meist um Brust-, Lippen- oder Gesäßvergrößerungen, sogenannte Augmentationen. Je älter die Patientinnen oder Patienten werden, umso unspezifischer werden meist die Anfragen. Die Patienten stellen sich dann häufig mit der Frage nach einer Verbesserung oder Verjüngung des Gesichtes vor und fragen, was sich machen lässt.

„GUTES AUSSEHEN STÄRKT DAS SELBSTBEWUSSTSEIN“

Was raten Sie Patienten, die auf eine bestimmte Faltenbehandlung fixiert sind?

Das ist nicht leicht zu beantworten, weil viele zu berücksichtigende Aspekte eine Rolle spielen. Nicht selten stellen sich Patienten mit der Bitte um Behandlung einer ganz speziellen Falte, die sie unheimlich stört, in der Praxis vor. Als Behandler sieht man aber ganz andere Dinge, die viel deutlicher im Vordergrund stehen und von deren Behandlung die Patientin oder der Patient viel mehr profitieren würde. Trotzdem, auch wenn man die Patienten vorsichtig und behutsam berät, wird dann nicht selten nur diese Falte zum Einstieg behandelt, später folgen dann weitere Areale. Raten würde ich den Patienten gerne, dass sie mit dem Arzt ihres Vertrauens die Alterungsveränderungen in ihrem Gesicht analysieren und dann einen Behandlungsplan vom Arzt erstellen lassen. Das ist häufig ein sehr zeitintensives Erstgespräch, aber aus meiner Sicht unabdingbar, um optimale Resultate zu erreichen. Ich versuche immer, zunächst die Patienten ausreden zu lassen, und rate meist zur Behandlung des zuerst genannten störenden Aspektes, wie zum Beispiel der Zornesfalte.

Besonders kombinierte Behandlungen mit Fillern und Ultraschall werden immer populärer. Was spricht denn dafür?

Mit der Einführung des mikrofokussierten Ultraschalls steht uns eine Behandlungsoption der nicht invasiven Straffung der Haut von Gesicht, Hals und Dekolletee mit gleichzeitiger Bildgebung zur Verfügung. Die Kombination mit Fillern oder auch Botulinum kann durchgeführt werden und wird auch in meiner Praxis immer häufiger praktiziert. Dafür spricht insbesondere, dass ohne Ausfallzeit des Patienten oder der Patientin behandelt werden kann und trotzdem hocheffektive Verfahren miteinander kombiniert werden. Diese führen zu schönen, natürlichen Ergebnissen ohne Operation.

Eine aktuelle Marktumfrage zeigt, dass Patienten häufig Angst haben, nach einer Ästhetikbehandlung unnatürlich auszusehen oder gar starre Gesichtszüge zu bekommen. Erleben Sie diese Sorgen auch in Ihrer Praxis?

Auch meine Patientinnen und Patienten äußern die Sorge, unnatürlich oder künstlich auszusehen. Dies nicht zuletzt durch die Bilder, die insbesondere immer wieder in den Medien veröffentlicht werden und allermeist aus den USA stammen. Ich antworte hierauf, dass solche Behandlungsergebnisse aus meiner Sicht durch nicht ausreichend ausgebildete Mediziner und/oder durch drängende Patienten verursacht werden. Mein Ziel ist es, solche „Unfälle“ nicht zu produzieren, sondern viel mehr den natürlichen Aspekt des Gesichtes zu erhalten, insbesondere durch und trotz verjüngender Maßnahmen. Nicht selten führt das auch dazu, dass ich gewünschte Behandlungen nicht durchführe.

„Gutes Aussehen stärkt das Selbstbewusstsein“, schreiben Sie auf Ihrer Website. Welche Veränderungen nehmen Sie an Ihren Patienten nach der Behandlung wahr?

Eben genau diese! Aber auch bei mir selbst nehme ich dies nach Behandlungen wahr. Selbstverständlich kann niemand aus einem „hässlichen Entlein“ einen „Schwan“ machen, aber es ist möglich, Patientinnen und Patienten zu einem besseren Aussehen zu verhelfen und somit das Selbstbewusstsein zu steigern.

Gibt es besondere Anlässe, zu denen verstärkt eine Ästhetikbehandlung angefragt wird, zum Beispiel ein Neustart nach einer Scheidung, ein runder Geburtstag oder Karrierepläne?

Ja, alle genannten Anlässe habe ich bereits erlebt. Zuletzt die Bitte nach Verjüngung der Hände bei einer Moderatorin, die eine Werbeverkaufssendung im Fernsehen moderieren sollte und hierbei Ringe vorzuführen hatte. So, wie Frauen früher vor großen Tagen zum Friseur gingen, erweitern sie heutzutage ihre Besuche beim Ästhetik- Experten.

Welche Ästhetikbehandlungen sind denn bei den Männern besonders beliebt – gibt es zwischen Männern und Frauen große Unterschiede?

Bei Männern stehen in meiner Praxis Behandlungen mit Botulinum oder gegen Haarausfall im Vordergrund. Aber auch sie zeigen steigende Behandlungszahlen mit zum Beispiel Fillern oder Ultherapy. Die Behandlungen mit diesen sollten jedoch entsprechend den anatomischen Unterschieden anders durchgeführt werden.

Was kommt noch in Sachen Schönheit? Von welchen Behandlungsmethoden werden wir künftig noch viel hören?

Die Zukunft der Schönheit liegt genau da, wo sie auch schon vor Hunderten von Jahren lag. Jeder strebt nach gutem und besserem Aussehen. Schönheitsideale verändern sich, der Wunsch des Menschen, möglichst gut auszusehen, dagegen nie. Die Schönheitsindustrie und mit ihr die Behandlungsmöglichkeiten haben sich mit zunehmender Technisierung verändert. Aus meiner Sicht liegt die Zukunft in Techniken, welche möglichst nicht invasiv und minimalinvasiv, ohne unerwünschte Nebenwirkungen und mit geringer Ausfallzeit möglichst natürliche Ergebnisse erreichen. In dieses Bild passt Ultherapy exakt – dies ist die Technik, die nach meiner Meinung noch viel von sich hören lassen wird.

Vielen Dank für das Gespräch!