Glykation: Warum uns Zucker alt machen kann

Deine Haut wirkt müde und schlaff? Du hast Fältchen? Daran kann Zucker schuld sein.
Wir nutzen zum Schutz Eurer Daten die sog. Shariff-Lösung. Dadurch werden die Nutzerdaten nicht automatisch an die sozialen Netzwerke weitergeleitet. Erst nach dem Klicken des Buttons werden diese aktiviert und eine Verbindung und mögliche Übertragung von personenbezogenen Daten zum jeweiligen sozialen Netzwerk kann stattfinden. Weitere Informationen zum Datenschutz gibt es hier.
Zucker-Donuts

Er schmeckt zwar gut, doch leider tut er uns meist nicht gut. Zucker kann nicht nur schädlich für die Gesundheit sein. Er kann auch unsere Schönheit negativ beeinflussen. Was sich in der Haut abspielt, wenn du übermäßig viel Zucker isst? Wir verraten es.

Natürlich mögen wir Zucker. Schokolade, Kuchen und Co schmecken schließlich köstlich — und machen bekanntlich auch glücklich. Sogar eine beruhigende Wirkung wird Zucker nachgesagt. Kein Wunder: Zuckerhaltige Speisen aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn und sorgen dort für die vermehrte Ausschüttung von Dopamin. Unsere „Schaltzentrale“ reagiert auf Zucker also ganz ähnlich wie auf Alkohol oder andere Suchtstoffe. Aber nicht nur wegen des Suchtfaktors sind sich immer mehr Forscher und Mediziner einig: Das weiße Gold ist im Übermaß verzehrt vielleicht einer der schädlichsten Inhaltsstoffe unserer Ernährung.

Süßes Gift? Gesundheitsrisiken von Zucker

Dass zu viel Zucker der Bikinifigur und unseren Zähnen schaden kann, weiß jedes Kind. Viele wissen inzwischen auch darüber Bescheid, dass es deutliche Hinweise über einen Zusammenhang zwischen einem übermäßigen Zuckerkonsum und Krankheiten, wie Diabetes, Depressionen, Alzheimer und Krebs gibt. Aber wusstest du, dass Zucker auch deine Hautalterung maßgeblich beschleunigen kann?

Warum Glykation die Haut altern lässt

Richtig gehört. Übermäßiger Zuckerkonsum kann zur Glykation oder auch Glykosylierung, einer Verzuckerung der Gewebefasern, führen. Das gesamte Stützgerüst unserer Haut ist dabei betroffen: Der Zucker heftet sich an körpereigene Proteine und verklebt diese regelrecht. Auch die Hauterneuerung wird beeinträchtigt. Altes, beschädigtes Kollagen wird nicht mehr so effektiv abgebaut und die Aktivität hauterneuernder Zellen gebremst. Zu „schlechter Letzt“ werden auch wichtige Schutzmechanismen der Haut, wie z. B. die antioxidative Kapazität, geschwächt und einer beschleunigten Hautalterung Tür und Tor geöffnet. Wie das aussieht, weiß jeder und wünscht sich niemand: Falten, schlaffe Haut und ein müde wirkender Teint sind alles andere als zuckersüß.

Glykation

Wie viel Zucker ist ok?

Zucker ist nicht per se etwas Schlechtes. Er liefert dem Körper schnelle Energie. Und schmeckt außerdem verdammt gut. Eine ausgewogene Ernährung verzichtet daher auch nicht komplett auf Zucker, reduziert die Menge aber deutlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht eine Empfehlung aus, nach der maximal zehn Prozent (idealerweise weniger als fünf Prozent) der Gesamtkalorienmenge pro Tag durch freie Zucker aufgenommen werden sollten1. „Freie Zucker“ sind alle Zuckerarten, die Lebensmitteln zugesetzt werden oder natürlicherweise in Honig, Sirupen, Fruchtsäften oder Fruchtsaftkonzentraten enthalten sind. Bislang liegt der Wert in Deutschland bei 15-18 %! Ein Gramm Zucker enthält etwa vier Kilokalorien. Geht man von einer durchschnittlichen Gesamtkalorienmenge eines Erwachsenen von 2.000 Kilokalorien aus, liegt der empfohlene Zuckerkonsum pro Tag also bei etwa 25 Gramm (ca. fünf gestrichene Teelöffel), die schnell erreicht sind.

Vorsicht Falle: Zucker lauert überall

Eine Tafel Vollmilchschokolade enthält rund 55 Gramm Zucker. Das sind etwa 22 Würfel. Doch Schoki und Co sind längst nicht die einzigen Zucker-Sünden, die uns tagtäglich begegnen. Süße Getränke (z. B. Säfte oder Limo), aber auch Lebensmittel, die mit Zucker angereichert sind, werden bei der täglichen Zuckerbilanz oft übersehen, fallen dabei aber leider deutlich ins Gewicht. Viele verarbeitete Lebensmittel, wie z. B. Wurst, Aufstrich, Müsli oder Joghurt, sind echte Zuckerbomben. Kein Wunder, dass die Haut irgendwann streikt.

Naschen ist trotzdem erlaubt – wenigstens ab und zu

Wer gesund und schön bleiben will, kommt also nicht umhin, sich mit dem Thema Zucker zu beschäftigen und die tägliche Dosis entsprechend anzupassen. Insgesamt weiß man heute bezüglich der Auswirkungen der Ernährung auf die Haut und Hautalterung noch zu wenig, um abschließende Empfehlungen geben zu können. Wer nicht solange warten möchte, bis die Wissenschaft eindeutige Erkenntnisse geliefert hat, tut gut daran, Zucker und andere schnelle Kohlenhydrate (bspw. Weißmehlprodukte) nur in Maßen zu genießen. Denn – wie so oft im Leben – macht auch bei Zucker erst die Dosis das Gift. Achtet man regelmäßig und dauerhaft auf einen gemäßigten Zuckerkonsum im Sinne einer ausgewogenen Ernährung mit viel Bewegung, spricht nichts dagegen, hin und wieder mal eine süße Sünde zu begehen.

1 https://www.who.int/mediacentre/news/releases/2015/sugar-guideline/en/