Die ideale Ästhetikbehandlung ist eine Reise

Dr. Tatjana Pavicic über Dermalfiller und die Individualität von Schönheit
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Ästhetikbehandlung, Frau Gesicht

„Patienten, die sich ihr jugendliches Aussehen lange bewahren möchten, sollten frühzeitig mit kleineren ‚Auffrischungen‘ beginnen“, sagt Dr. Tatjana Pavicic. Die ideale Behandlung ist für sie idealerweise eine „Reise“: Je früher die Korrekturen vorgenommen würden, desto natürlicher und langfristig effektiver sei das Ergebnis für den Patienten. Wir haben mit der international anerkannten Expertin für ästhetische Dermatologie mit besonderem Schwerpunkt in den Bereichen Dermakosmetik, Botulinum, Filler und Laser gesprochen.

Interview mit Dr. Tatjana Pavicic

Frau Dr. Pavicic, Sie sind Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Ihr Spezialgebiet ist die ästhetische Medizin. Mit welchen Wünschen kommen Ihre Patienten zu Ihnen?
Pavicic: Mit den unterschiedlichsten. Die einen sind jung und möchten erhalten, was sie haben. Die anderen bemerken die ersten Anzeichen des Alterns und möchten wieder frischer und etwas weniger müde aussehen. Und es gibt die Patienten, die erst später mit ästhetischen Behandlungen starten und jetzt zumindest noch ein bisschen die Zeit zurückdrehen möchten.

Was macht denn ein schönes Gesicht überhaupt aus?
Pavicic: Es gibt keine universal gültige Definition für ein schönes Gesicht. Für die meisten aber ist ein balanciertes, harmonisches Gesicht mit glatter, straffer Haut und mit Ausstrahlung ein attraktives. Ich sehe das auch so.

Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass Sie versuchen, für jede Patientin die Behandlung zu finden, die ihre natürliche Schönheit zur Geltung bringt.
Pavicic: Absolut. Wir alle unterscheiden uns – unsere Gesichter, unsere Genetik, unsere Alterungsprozesse. Wir ernähren uns unterschiedlich, unterliegen verschiedenen äußeren Einflüssen und fangen zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten an, uns um unser Aussehen zu kümmern, z. B. mit Sonnenschutz, den ersten Anti-Falten-Cremes oder Peelings. Und entsprechend gibt es auch kein Behandlungsschema XY, das auf jedes Gesicht passt. Das muss für jeden Patienten individuell angepasst werden. Es geht darum, dass man das individuell Beste aus jedem Gesicht macht, ohne die Person an sich oder auch die Dynamik des Gesichts zu stark zu verändern.

Viele Frauen mit Interesse an einer Behandlung zögern aus Angst, sie könnten nachher irgendwie künstlich oder gemacht aussehen. Können Sie diese Sorge entkräften?
Pavicic: Die erste Beratung meiner Patienten dauert mindestens 30 bis 45 Minuten. In dieser Zeit erkläre ich ihnen auch, dass die Anatomie des Gesichts aus fünf Schichten besteht: Knochen, tiefes Fett, Muskeln, oberflächliches Fett und Haut. All diese Schichten altern individuell und verändern sich im Zuge des Alterungsprozesses. So verstehen Patienten am besten, dass nur mehrere, aufeinander abgestimmte Behandlungen zu besonders natürlich aussehenden Ergebnissen führen. In der Konsequenz biete ich den Patienten einen Schritt-für-Schritt-Aufbau. Eigentlich ist es eine „Reise“. Ich habe Patienten, die seit 14 Jahren diese Reise mit mir gehen. Extrem hilfreich ist, dass wir uns durch die modernen minimal- und nicht-invasiven Behandlungen Schritt für Schritt an Wunschergebnisse herantasten und diese später auch jederzeit auffrischen können.

Welche Rolle spielen denn die modernen Dermalfiller? Was kann man von diesen erwarten?
Pavicic: Ästhetische Behandlungen vergleiche ich gerne mit einem Hausbau. Ich fange mit dem Fundament an und am Ende dekoriere ich und arbeite an den kleinen Details. Dermalfiller benötigt man vom Setzen des Fundaments über die Verbesserung der Statik bis hin zu den feinsten Ornamenten, die man dann ausmalt. Es ist aber ein Missverständnis, wenn man meint, man könne alles mit Fillern, insbesondere Hyaluron, regeln. Das ist nicht der Fall. Wenn zum Beispiel ein Patient ein „volles“ Gesicht hat und durch Haut- und Faszienschlaffheit die Gesichtszüge hängen, dann kann man nicht durch wiederholtes Aufspritzen auf den Wangenknochen das Kinn anheben. Hier muss ich erst einmal das Gewebe straffen, und zwar entweder mit einem kollagenstimulierenden Filler wie Radiesse® oder auch mit Ultherapy®, also mikrofokussiertem Ultraschall. Das Gegenteil ist bei einem Patienten der Fall, der stark abgenommen hat oder einfach sehr hager ist, bei dem sich die Knochen durch die straffe dünne Haut abzeichnen. Solch einem Patienten fehlt, grob gesagt, einfach Fett im Gesicht. Hier arbeitet man mit Volumenfillern, um das Gesicht wieder weicher und dennoch konturiert erscheinen zu lassen.

Wie schnell bauen sich die Filler wieder ab?
Pavicic: Das hängt von vielen Faktoren ab, auch vom Alter. Bin ich etwas älter, dann läuft der Abbau etwas schneller ab. Auch wenn mit wenig Filler-Material versucht wurde, das Maximum zu erreichen, hält es entsprechend kürzer. Patienten, die Leistungssport treiben, bauen durch ihren sehr erhöhten Biorhythmus die Filler schneller ab. Ebenso Patienten, die ins Solarium – aus meiner Sicht als Dermatologin ein absolutes No-Go – oder viel in die Sonne gehen und sich nicht konsequent vor UVA oder UVB schützen. Ich rate dazu, nie so lange zu warten, bis alles abgebaut ist, sonst fängt man mit dem „Hausbau“ wieder von vorne an. Wir möchten einen natürlichen Aufbauprozess begleiten. So kann sich auch jeder Patient mit der Zeit eine Full-Face-Behandlung leisten, damit das Gesicht balanciert, harmonisch und dadurch attraktiv bleibt.

Wann sollte diese Reise denn sinnvollerweise beginnen?
Pavicic: Der sinnvolle Beginn der Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich. Ich rate immer dazu, seine Eltern und Großeltern anzuschauen. Dann weiß man ungefähr, was einen erwartet. Es gibt Patienten, die mit 24 zu mir kommen und schon eine eingegrabene Nasolabial- oder Zornesfalte haben. Da ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Es gibt aber auch Patienten Ende 30, Anfang 40 ohne sichtbare Falten. Die sagen: „Schauen Sie, meine Haut ist hier nicht mehr ganz straff. Ich möchte jetzt etwas tun, damit die Falten gar nicht erst kommen.“

Man kann also durchaus auch präventiv handeln?
Pavicic: Absolut. „Konservieren statt reparieren“ ist auch mein Motto. Man sollte nicht die sichtbaren Zeichen des Alterungsprozesses abwarten. Denn je mehr gemacht werden muss, desto augenfälliger sind auch die Vorher-nachher-Unterschiede. Auch die Kosten sind höher. Wenn man bereits in jungen Jahren anfängt, kommt man mit wenig Filler sehr weit. Jetzt lässt sich die Haut auch noch einfacher stimulieren als in späteren Jahren. Die Veränderungen wirken sehr natürlich, sodass man nicht angesprochen wird: „Oh mein Gott, was hast du denn machen lassen?!“

Hat sich an den Wünschen in den letzten Jahren etwas geändert? Gibt es Trends?
Pavicic: Patienten wissen heute viel mehr über ästhetische Behandlungen als früher und verstehen sie auch besser. Sie werden deshalb immer offener für eine ganzheitliche Behandlung des Gesichts. Also, es geht tatsächlich immer mehr um das Gesamterscheinungsbild des Gesichts.

Dr. Tatjana Pavicic