Best of Botulinum

Ein unglaublich vielseitiger Stoff für Medizin und Ästhetik
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Botulinum für Medizin und Ästhetik

Schon seit fast 200 Jahren weiß man um die Wirkung von Botulinum auf Nerven und Muskeln. Allerdings konnte sich wohl damals noch niemand vorstellen, wie vielseitig der Stoff Menschen in der Zukunft helfen würde. Zahlreiche Anwendungen in der Medizin und der Ästhetik haben Botulinum seitdem zu einem echten Liebling der Ärzte gemacht. Und schließlich machte eine Nebenwirkung der schönen Art Botulinum weltberühmt.

Wenn man wissen möchte, wieso die medizinische und ästhetische Wirkung von Botulinum bei Ärzten und Patienten so beliebt ist, muss man sich nur die einzigartige Wirkungsweise nach einer Injektion im menschlichen Körper anschauen: Botulinum wird ganz gezielt in den Muskel gespritzt und gelangt dann über eine Verbindungsstelle in den Nerv. Am Nervenende verhindert es dann die Freisetzung von Acetylcholin, einem sogenannten Transmitter, der für alle Bewegungsabläufe notwendig ist. Wird dieser blockiert, entspannt sich der Muskel. Und zwar für einen Zeitraum, der über Monate anhält. Allerdings nicht für imer. In dieser Zeit bilden sich neue muskuläre Übertragungsstellen, die den behandelten Muskel nach und nach wieder aktivieren. Botulinum lässt sich aber wiederholt und damit auch besonders gezielt einsetzen.

Unverkrampft zu mehr Lebensqualität

Mittlerweile wird Botulinum seit mehr als 40 Jahren zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt, bei denen vor allem unwillkürliche Muskelkontraktionen eine Rolle spielen.

Bereits in den späten 70er-Jahren experimentierte ein Augenarzt in San Francisco mit diesem Stoff, der so speziell auf die Muskeln im menschlichen Körper wirkt. Er setzte Botulinum erfolgreich zur Behandlung schielender Patienten ein und entdeckte, dass es sich ebenfalls zur Therapie des Lidkrampfs (Blepharospasmus) eignet. Im Rückblick echte Meilensteine für die Neurologie und die Rehabilitationsmedizin, denn er begründete damit die heutige Standardtherapie bei vielen Formen schwerer Bewegungsstörungen, etwa bei Muskelspastiken nach einem Schlaganfall oder bei der sogenannten zervikalen Dystonie, wie z. B. dem Schiefhals, die den Körper oder Körperteile in abnorme, mitunter extreme Positionen zwingen.

Hier wird Botulinum noch eingesetzt:

Bei übermäßigem Schwitzen:
Die Botulinum-Therapie gilt als eine der effektivsten bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrosis). Das Botulinum verhindert die Stimulierung der Schweißdrüsen – der Patient schwitzt für Monate deutlich weniger.

Bei überaktiver Blase:
Menschen, die unter einer überaktiven Blase leiden, sind im Alltag stark eingeschränkt. Dennoch bleibt die Erkrankung bisher – auch wegen einer Tabuisierung des Themas – oft unbehandelt. Botulinum kann für Patienten sehr viel Lebensqualität zurückgewinnen.

Bei chronischer Migräne:
Neben der Blasenkontrolle ist auch die Therapie der chronischen Migräne ein relativ junges und vielversprechendes Einsatzgebiet für Botulinum. Seit dem Jahr 2013 findet der Wirkstoff hier Anwendung, sofern vorbeugende Tabletten nicht helfen.

Nebenwirkung „faltenfrei“

Erst mehr als zehn Jahre nach den ersten Behandlungen wurde ein kanadisches Arztehepaar auf eine ganz besondere Nebenwirkung aufmerksam, die Botulinum schließlich weltberühmt machen sollte. 1992 beschrieben die beiden erstmals den glättenden Effekt von Botulinum auf mimische Falten. Die beiden Ärzte hatten Lidkrampf-Patienten Botulinum injiziert und festgestellt, dass sich durch die Entkrampfung der Muskeln auch die darüberliegende Haut entspannte und Falten in der Augenpartie verschwanden.

Die steile Karriere von Botulinum begann. Endlich gab es etwas, das auf minimalinvasive Weise mimische Falten reduzieren konnte. Man sah ganz einfach wieder frischer und freundlicher aus. Hollywoods Prominenz fing an, sich das Botulinum unter die Haut spritzen zu lassen und verhalf der Behandlung zu gesellschaftlicher Akzeptanz.

2006 erhielt Botulinum in Deutschland schließlich die Zulassung zur Behandlung von Glabellafalten (Zornesfalten) und später auch für Stirnfalten und Krähenfüße. Seitdem gehört es zu den häufigsten Anwendungen im Bereich der ästhetischen Medizin.

Die Forschung geht weiter

Neben den genannten Krankheitsbildern findet Botulinum auch in anderen Bereichen Anwendung oder liefert in Tests bereits vielversprechende Ergebnisse. Gut möglich, dass noch weitere Aufgaben in der Medizin und der Ästhetik für das überaus vielseitige Botulinum hinzukommen.