Beauty-Trend: Ästhetik-Behandlung hautnah

Prof. Dr. Proebstle über Trends und die Vorlieben von Patienten bei Ästhetik-Behandlungen
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Ästhetik-Behandlung hautnah

Schon Kleopatra setzte auf Schönheitsrituale, die ihre Jugend bewahren sollten. Über 2.000 Jahre später ist unser Streben nach Schönheit ungebrochen, aber viel effektiver als ein Bad in Eselsmilch. Ästhetik-Behandlungen ermöglichen heute beeindruckende Verjüngungseffekte. Welche besonders beliebt sind, verrät uns ein Experte.

Interview mit Prof. Dr. Proebstle

Herr Professor Proebstle, Sie sind Spezialist für minimal-invasive Behandlungstechniken. Wie erleben Sie heutzutage die Einstellung zu Ästhetik-Behandlungen?

Ästhetische Korrekturen erleben einen nie da gewesenen Boom, die Patienten werden immer jünger und immer offener dafür, „etwas machen zu lassen“. Durch die visueller werdende Kommunikation über digitale Medien, in denen wir unsere Bilder mit der Welt teilen, ist es das Bestreben vieler, selbst möglichst gut in Erscheinung zu treten. Der erste optische Eindruck wird immer wichtiger, weshalb man kleine Schönheitsfehler beseitigen lässt oder zumindest viel dafür tut, das jugendliche Aussehen zu erhalten. Das ist definitiv ein Trend.

Gilt das auch für Männer?

In meiner Praxis kommen auf 100 Frauen nur etwa 2 bis 3 Männer. Selbstverständlich ist es wichtig, dass man als Mann ein gepflegtes Äußeres hat, allerdings sind dabei ästhetische Behandlungen – zumindest bei meinen Patienten – nicht das zentrale Thema. Stilfragen, körperliche Fitness und Hautgesundheit sind hier die wichtigeren Attribute. Ästhetik-Behandlungen werden von meinen männlichen Patienten meist erst dann in Anspruch genommen, wenn sie dazu dienen, einen unfitten, müden Eindruck zu beseitigen. Bei Behandlungen meiner männlichen Ästhetik- Patienten ist es zudem nach wie vor wichtig, dass sie diskret verlaufen und kein Rechtfertigungsbedarf in der Öffentlichkeit entsteht. Bei Frauen sind Ästhetik-Behandlungen schon länger ein Thema und werden darum offener diskutiert.

Prof. Dr. Proebstle, Dermatologe in der Privatklinik Proebstle www.privatklinik-proebstle.de

Welche Ästhetik-Behandlungen werden von Männern gewünscht?

Typische Behandlungswünsche von männlichen Patienten zielen meist darauf ab, möglichst fit und leistungsfähig auszusehen. Filler-Behandlungen werden beispielsweise gerne in Anspruch genommen. Gerade bei Männern, die sehr viel Ausdauersport betreiben, wird im Gesicht viel Fett abgebaut, was dann einen abgemagerten, manchmal müden Eindruck hervorruft. Dies lässt sich dann mit einem Filler, wie Belotero Volume, vor allem im Mittelgesicht kompensieren. Am Körper ist nach wie vor die Liposuktion (Fettabsaugung) am Bauch oder an den Hüften der meistgewünschte Eingriff. Darüber hinaus werden Oberlidstraffungen und verschiedene Hitzeverfahren zur Hautstraffung im Gesicht verhältnismäßig häufig von männlichen Patienten in Anspruch genommen. Alles, was klar als künstlich zu erkennen ist und somit übertriebene Eitelkeit vermuten lässt, gilt bei fast allen Männern als No-Go.

Und welche Behandlungen sind typisch für Frauen?

Die Klassiker unter den Ästhetik-Behandlungen bei Frauen sind nach wie vor die Faltenentspannung mit Botulinum, Faltenglättung und Volumenausgleich mit Fillern. Seit einigen Jahren ist auch das Fadenlifting als minimalinvasive Alternative zum chirurgischen Eingriff gefragt. Auch fraktionale Laserbehandlungen zur Verfeinerung der Hauttextur oder zur Beseitigung von Fältchen im Gesicht und Dekolleteebereich sind häufige Behandlungswünsche. Hinzu kommen weitere Behandlungsareale wie Hände und Arme. Ein neuer Trend ist auch die Behandlung der Genitalregion oder das Auffüllen der Po-Region, das sind dann die exotischeren Behandlungswünsche. Nach wie vor stabil nachgefragt auf hohem Niveau ist die Beseitigung kosmetisch störender Fettpolster am gesamten Körper durch Liposuktion, mit und ohne gleichzeitige Laserstraffung.

Wann ist eine Filler-Behandlung sinnvoll?

So banal es sich anhört, Filler-Behandlungen können immer dann durchgeführt werden, wenn an einer beliebigen Körperstelle Volumen vergrößert werden soll. Das ist bei sehr jungen Frauen in den meisten Fällen die Herstellung einer neuen, volleren Lippenform, während mit höherem Alter vor allem der Ausgleich des Fettverlustes an Wangen, Mundregion und Handrücken gefragt ist. Gerade die Hyaluron-Filler sind mittlerweile aber in einer derartigen Vielfalt bei gleichzeitig hoher Verträglichkeit verfügbar, dass bei Bedarf jede noch so exotische Region unterspritzt werden kann.

Geht der Trend dahin, das ganze Gesicht behandeln zu lassen statt einzelner Falten?

Eine einzelne Falte zu behandeln, ist meist nicht zielführend. Die Analyse der Ursache, wodurch die Falte entstanden ist, hilft hier. Bei einer mimischen Falte hilft Botulinum, bei feinen, meist UV-bedingten Fältchen hilft fraktionierter Laser oder die photodynamische Therapie (PDT*), bei Faltenbildung durch Volumenverlust und konsekutives Absacken von Gewebe muss das Volumendefizit mit Fillern beseitigt werden. Die direkte Unterspritzung einer einzelnen Falte ist in den seltensten Fällen die Lösung. Das muss man vielen Patienten aber erst einmal erläutern. Meistens ist eine Lösung mit mehr als nur einer Behandlungstechnik der richtige Weg, um zu sehr guten Ergebnissen zu kommen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie als Arzt das geeignete Produkt, zum Beispiel einen Dermalfiller, aus?

Einerseits nach Injektionstiefe und gewünschter Hebewirkung und andererseits sicherlich im Hinblick auf Haltbarkeit. Für uns stehen Verträglichkeit, Sicherheit, Reinheit und Qualität des Produkts immer an erster Stelle.

Welche Resultate erwarten Ihre Patienten?

In den meisten Fällen wollen die Patienten eine Veränderung zurück auf ihrer eigenen Zeitlinie, komplette Veränderungen des Erscheinungsbildes sind eher selten. Natürliche Resultate sind dabei meist Patientenwunsch und unsere Philosophie zugleich. Dass der Patient „überspritzt“ wirkt, sollte strikt vermieden werden. Das erfordert von mir als Arzt ein gewisses Einfühlungsvermögen und entsprechende technische Fähigkeiten.

Wie läuft der erste Behandlungstermin ab?

Bei der Erstbehandlung wird zuerst ein ausführliches Beratungsgespräch geführt. Dabei muss man als Arzt herausfinden, was sich der Patient genau vorstellt. Dazu muss der Patient mir erläutern, was ihn wirklich stört. Ich schlage ihm dann vor, welche Behandlung oder Behandlungskombination über welchen Zeitraum der richtige Weg ist und welche Kosten entstehen. Natürlich muss man auch über potenzielle Nebenwirkungen sprechen. Anschließend können kleine Eingriffe direkt durchgeführt werden, wenn der Patient das möchte und dazu bereit ist. Ich gebe meinen Patienten aber gerne die Zeit, den Gedanken an eine Behandlung noch mal im Kopf reifen zu lassen und alles zu überdenken. Wiederholungstermine können natürlich auch mal schnell zwischendurch durchgeführt werden, da der Patient bereits weiß, was auf ihn zukommt, und in der Regel nach der Behandlung sofort wieder gesellschaftsfähig ist. Bei uns kommen mehr als 90 Prozent der Patienten wieder und lassen sich regelmäßig behandeln.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Professor Proebstle.

* nicht invasive Methode zur Hautverjüngung mit einer lichtaktivierbaren Creme und anschließender Rotlichtbestrahlung