Muttertag: Und was ist mit Mutti?

Von Männern, Müttern und Wunschräumen. Gedanken zum Muttertag.
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Muttertag

Von wegen schöne Bescherung. Für manche ist Weihnachten das stressigste aller Familienfeste. Für mich ist es Muttertag. „Das liegt an deinen übertriebenen Erwartungen“, sagt mein Mann. Deswegen schenkt er mir, der Mutter seiner Brut, konsequenterweise auch nichts. Dabei hat er nicht einmal ein schlechtes Gewissen: „Wieso? Du bist nicht meine Mutter.“

Na toll. Von meinem eigenen Kind ist ebenfalls nichts zu erwarten. Jedenfalls nichts, was ich mir wirklich wünsche. Versteht mich nicht falsch, ein von einer Vierjährigen liebevoll gebastelter Blumenstrauß aus Klorollen und Krepppapier ist natürlich Etwas, das jeder Mama ans Herz geht. Trotzdem fände ich es romantischer, wenn er quasi die Deko für mein richtiges Geschenk wäre.

Wunsch & Wirklichkeit

In meiner Fantasie stehe ich am zweiten Mai-Sonntag vor einem üppig gedeckten Frühstückstisch. In der Mitte ein Strauß Pfingstrosen, frisch gepresster Orangensaft in Karaffen, die Marmelade in den Glasschälchen meiner Oma und natürlich Stoffservietten. Während ich mir dann gerührt an die Brust greife, überrascht mich mein Liebster filmreif mit einer Halskette oder, noch besser, einer Uhr. Da könnte er nämlich auf die Rückseite etwas eingravieren lassen. Meine Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Mein Bofrost-Lieferant hält mir eine zweite Tüte meiner Lieblingscroissants entgegen: „Ist schließlich bald Muttertag.“ Wenigstens einer, der mitdenkt. Von meinem Mann kommt dagegen nur die Frage: „Was schenken wir meiner Mutter?“ Nichts. Das wäre die passende Antwort. Sogar Sissi hatte eine nettere Schwiegermutter als ich. Ich erkläre ihm dann mitfühlend, dass in „wir“ blöderweise überhaupt kein „ich“ steckt und es auch gar nicht „Schwiegermuttertag“ heißt.

Geschenke & (Hinter)Gedanken

Meine eigene Mama überrasche ich in diesem Jahr mit einem kleinen Wellness-Wochenende. Einzulösen mit einer Person ihrer Wahl: Mir. Alles ist bereits geplant. Für sie die große Anti-Aging-Behandlung und für mich ein bisschen Hyaluron. Bewusst habe ich einen Schönheitstempel ausgesucht, der beides kann. Klassische Kosmetik und minimalinvasive Behandlungen durch einen Beauty-Doc. Mein Mann kennt den Unterschied ohnehin nicht. Er ist lediglich leicht pikiert, dass es sich um eine rein weibliche Verwöhn-Oase handelt. Wahrscheinlich hat er gedacht, seine Mutter und er könnten mit. Wäre praktisch gewesen. Zumindest für ihn. Doch Google macht es möglich, dass man so etwas von vornherein verhindern kann. Es reicht, dort „Wellnesshotels nur für Frauen“ einzutippen.

„Und was ist jetzt mit Mutti?“, will er von mir wissen, als ich vor seinen Augen den Trip buche und vorsichtshalber sofort bezahle. „Ooops, ohne Reiserücktrittsversicherung“, grinse ich und greife entspannt zu meinem zweiten Croissant. „Schatz, ich weiß nicht, was mit deiner Mutti ist, aber im Bastelschrank ist noch jede Menge Krepppapier.“