Mutter-Tochter-Beziehung: Wie sehen sich Mütter und Töchter?

Von der nicht immer einfachen Beziehung zwischen den Generationen
Wir nutzen zum Schutz Eurer Daten die sog. Shariff-Lösung. Dadurch werden die Nutzerdaten nicht automatisch an die sozialen Netzwerke weitergeleitet. Erst nach dem Klicken des Buttons werden diese aktiviert und eine Verbindung und mögliche Übertragung von personenbezogenen Daten zum jeweiligen sozialen Netzwerk kann stattfinden. Weitere Informationen zum Datenschutz gibt es hier.
Mutter Tochter Beziehung, Caren und Valerie

Die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern ist in der Regel eine ganz besondere. Schon weil sie die erste Bindung ist, die Töchter überhaupt erfahren und weil sie durch die weibliche Vorbildfunktion der Mutter noch einmal intensiver ist, als sie zum Beispiel zwischen Mutter und Sohn je sein könnte. Die Identifikation mit der Mutter ist deshalb groß. Ob sie es bleibt, hängt dabei ganz maßgeblich von beiden ab. Wie bei Caren und Valerie.

Die Mutter als Vorbild

Für kleine Mädchen bleibt die eigene Mutter lange das große Vorbild. So schluppte wohl fast jedes Mädchen in Kindertagen schon einmal unbeholfen, aber strahlend in den High Heels der Mutter durch die Wohnung – am besten mit viel Schmuck behängt und vielleicht mit einem Schal, der auch noch aufregend anders nach Parfum duftete. Auch die Beauty- und Pflegerituale der Mutter werden aufgesogen und spielerisch nachgeahmt. Dabei fragen sich die Töchter schon früh, ob sie wohl später einmal so aussehen werden wie ihre Mütter. Oft wünschen sie es sich sogar. In den Jahren bis zur Pubertät steht für Töchter die eigene Mutter scheinbar unverrückbar auf einem Podest.

Gesucht: Neue Vorbilder für eine schwierige Phase

Naturgemäß werden die Weichen neu gestellt, sobald die Hormone „verrücktspielen“. In der Pubertät wird jetzt von den heranwachsenden Mädchen so ziemlich alles infrage gestellt. Zu allererst natürlich das direkte Umfeld. Plötzlich erscheint das eben noch so muckelige und harmonische Familienleben voller Zwänge und Enge; besorgte Eltern werden als spießige Verweigerer wahrgenommen. Kein liebgewordenes Vorbild ist jetzt noch vor Rissen sicher – und irgendwann wird sogar die eigene Mutter vom Podest geschubst. Dabei gilt: Je enger die Verbindung einmal war, desto schmerzhafter ist der Prozess der notwendigen Abnabelung. Ganz ohne Streit geht es dabei in den seltensten Fällen. Auch für die Mütter ist diese Phase qualvoll, aber sie sind immerhin in einem gewissen Vorteil. Sie wissen ja aus der Zeit mit ihrer eigenen Mutter, wie schwierig es schon damals war. Töchter dagegen verlieren ihren vertrauten Halt, orientieren sich verstärkt an neuen Vorbildern und probieren sich aus. Auch bei den Themen Beauty und Mode ist Rebellion angesagt. Muttis Kleiderschrank hat seinen Reiz gänzlich verloren. Die Abgrenzung soll so groß wie möglich ausfallen.

Wie Caren die Beziehung zu Valerie auf neue Füße stellte

Aber auch die Pubertät endet irgendwann und die Verbindung zwischen Mutter und Tochter kann neu aufleben. Manchmal helfen schon ein großer Knall und eine vernünftige Entscheidung. Caren und ihre Tochter Valerie (19) haben es erlebt. Als in der Kommunikation zwischen den beiden gar nichts mehr funktionieren wollte, verordnete Caren sich und der damals 15-jährigen Valerie einen Mutter-Tochter-Neustart und buchte eine gemeinsame Auszeit in der Ferne. Ein Thailand-Urlaub zu zweit stellte die Verbindung auf ganz neue Füße. Heute sind sie sich wieder sehr nah.

Der gegenseitige Respekt ist wieder spürbar

„Meine Mutter hat mir sehr dabei geholfen, in meiner Fraulichkeit Stärke zu finden und meine Ziele ehrgeizig zu verfolgen“, erklärt Valerie die veränderte Stimmungslage. Auch die persönlichen Geschmäcker nähern sich einander wieder an, findet sie: „Ich mag viele Sachen, die auch meine Mutter trägt. Sie kleidet sich feminin und stilsicher“. „Wir tragen beide gerne schlichte Schnitte und Farben“, ergänzt Caren, „und wir beraten uns gegenseitig.“ Die wiedergefundenen Parallelen sind auch Zeichen des zurückgekehrten Respekts. „Wir sind uns schon ähnlich. Es ist ein bisschen, als blicke man in einen Spiegel, der einem zeigt, wie man selbst einmal aussehen wird oder eben einmal ausgesehen hat“, lacht Caren. Valerie wird diesen Eindruck bei ihrer Mutter vermutlich noch verstärken. Denn aktuell freut sie sich besonders über die Kleidungsstücke aus den 80er- und 90er-Jahren, die sie im Fundus ihrer Mutter gefunden hat. Retroschätze, die jetzt wieder angesagt sind. „Es kommt alles wieder“, möchte man sagen. Bei der Mode muss man nur abwarten, bei den Kindern helfen vernünftige Entscheidungen.

Wie die Mutter so die Tochter?
So ticken Caren und Valerie.

Was ist dein Lebensmotto? Caren: Jeden Tag mit einem Lachen beginnen,. Dann sind die Sorgen zwar nicht weniger, aber man geht den Tag leichter an. Valerie: Verhalte dich so, wie du selbst behandelt werden möchtest und versuche, möglichst viel zurückzugeben.
Welches Beautyritual hast du? Caren: Viel Sauna, viel frische Luft, viel Wasser (trinken), Arganölseife für die Haut. Valerie: 3 x in der Woche ein Peeling unter der Dusche, Mascara am Morgen und Abschminken mit Baby-Öl.
Gibt es für dich ein Beauty Must-have? Caren: Lip Oil und Handcreme. Valerie: Mein L’Occitane Lip-Balm.
Welches ist dein Lieblings-Kleidungsstück? Caren: Ich liebe eine schwarze Jeans, die passt zu jeder Tageszeit. Valerie: Ein schwarzer, schlichter Pulli von meiner Mutter.
Wie ist deine Tochter/Mutter? Caren: Valerie ist bewundernswert „straight forward“ und weiß genau, was sie möchte. Dabei ist sie kein Ellbogenmensch. Sie ist leidenschaftlich in der Sache, aber nicht rücksichtslos. Diese Konsequenz hätte ich manchmal auch gern. Ich bin da manchmal zu rücksichtsvoll. Valerie: Meine Mama ist eine sehr starke Frau. Sie ist sehr charismatisch, immer aufgeschlossen und emanzipiert. Alles Eigenschaften, die ich selbst gerne übernehmen würde.