Endstation Badezimmer

An Weihnachten sollten wir gelegentlich abtauchen. Und wenn es nur in der Wanne ist.
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Endstation Badezimmer

Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Statistisch gesehen geben die Deutsche dieses Jahr 472,30 Euro für Geschenke aus. Besinnlichkeit bekommt man hingegen schon für unter zehn Euro. Eine Investition, die gut gegen Stress im Advent ist. Egal, ob die Schwiegermutter kommt oder der Baum brennt.

Ein Schrei. Markerschütternd. So wie ihn nur Fünfjährige ausstoßen können. Gefolgt von einem lauten „Mama“. Sekunden später klopft mein Mann an die Badezimmertür: „Schatz, mach‘ bitte auf.“ Im Hintergrund das penetrant wehleidige Seufzen meiner Schwiegermutter: „Junge, hat Deine Frau an die „edlen Tropfen in Nuss“ gedacht? Ohne die ist es für Vati kein richtiges Weihnachten?“ Da verwechselt sie wohl etwas. Nicht mein Schwiegervater liebt die hochprozentigen Dinger, sondern der Schauspieler Sky du Mont. Beide haben übrigens keine Ähnlichkeit, obwohl die Mutter meines Liebsten konsequent das Gegenteil behauptet. Hier ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Ich überlege, ob ich ihr verraten soll, dass der „richtige“ Sky immer noch Single ist. Vielleicht würde sie dann nicht in diesem Augenblick die Schubladen in meiner Küche durchwühlen…

Perfekt geplant

Doch noch ist sie da. Meine Badezimmertür bleibt deshalb zu. Und ich dahinter. Ich habe meine Flucht gut vorbereitet und im Bad, alles was ich brauche, versteckt. Auf meinem IPod läuft daher jetzt „I will survive“ von Gloria Gaynor. Meine persönliche Hymne. Ja, ich werde überleben. Weihnachten, Schwiegermutter, die viel zu fette Gans. Damit meine ich allerdings die auf meinem Teller und nicht die an der Seite meines Angetrauten. Obwohl wenn ich es mir recht überlege… Aber das ist ein anderes Thema.

Kleine Fluchthelfer

Wie dem auch, ich bin geflohen. Nicht für immer. Nur für eine Stunde. Mein Geschenk an mich selbst. Nicht teurer als zehn Euro. Dafür kann man sich eine „Portion Liebe“, das Badesalz von „t by tetesept“, kaufen und eine Merz-Spezial- Gesichtsmaske mit Namen „Entspannung Deluxe“. Ersteres enthält Champagnerbeeren, letzteres Perlen. Ich finde, ich habe beides verdient. Und Nervennahrung. Zunächst wollte ich einen Dosen-Hugo mit in die Wanne nehmen. Aber das hatte so etwas von Piccolo und verzweifelter Hausfrau. Also habe ich mich für einen „Hotchocspoon“ entschieden, was zu Deutsch nichts andres als Trinkschokolade am Holzlöffel bedeutet. Man kann sie in warmer Milch oder wie ich in Wasser auflösen. Meine schmeckt übrigens ein bisschen nach Pfefferminz, weil ich sie aus dem Zahnputzbecher schlürfen muss.

Da es mit Hugo nicht geklappt hat, darf Guido, das Magazin von Mr. „ShoppingQueen“ Guido Maria Kretschmer, zu mir in die Wanne steigen. Und weil der weiß, was Frauen wollen, bin ich mir sicher, er versteht mich n diesem Moment. Und nicht nur in diesem. Denn wenn er je meine Schwiegermutter kennenlernen sollte, wird er sagen: „Sie sieht aus wie eine Frau, die bei einer Kaffeefahrt ihre Gruppe verloren hat.“ Wie heißt es noch so schön, Vorfreude ist die schönste Freude. Daher verlasse ich nun mit einem entspannten Lächeln die häusliche Nasszelle. Weihnachten kann kommen.

Endstation Badezimmer