Cremen, bis der Arzt kommt

Gepflegte Falten aus dem Töpfchen oder jugendliche Frische dank Injektion?
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Cremen, bis der Arzt kommt

Kosmetikprodukte stoßen schnell an ihre Grenzen. Im Alter benötigen wir eine Behandlung, die nicht nur an der Oberfläche hilft. Das Geständnis eines Kosmetik-Junkies. Aufgezeichnet von einer Merz Beauty.

Wasser und Seife. Gott, ist das lange her, dass mir diese beiden reichten, um mich schön und gepflegt zu fühlen. Heute steht in meinem Bad eine ganze Batterie von Kosmetikprodukten. Aber der Effekt ist nicht der gleiche. Angesichts der ganzen Tiegel, Ampullen und Fläschchen fühle ich mich alt. Eher zugekleistert als erholt. Und manchmal wird mir ganz schlecht, wenn ich daran denke, wieviel Geld ich dafür ausgegeben habe.

Im Kosmetikrausch

Angefangen hat alles ganz harmlos. Nämlich mit einer leichten Feuchtigkeitscreme aus der Drogerie. Morgens schnell im Gesicht verteilt und fertig war ich. Irgendwann fand ich, dass ich umgehend die restlichen Pflegeprodukte der Serie brauchte. Danach wurde ich zum Junkie. Wann immer etwas Neues auf den Markt kam, habe ich es ausprobiert. Große Veränderungen konnte ich dabei nie feststellen. Es sei denn, die Präparate waren zu reichhaltig, dann gab es Pickel. Später wechselte ich zu Parfümerieartikeln. Inzwischen glaube ich, dass sie neben meiner Kundenkarte intern den Vermerk gemacht haben: „Gebt ihr Proben mit nach Hause. Beim nächsten Mal kauft sie garantiert die Originalgröße.“
Die diversen Kosmetikerinnen, die ich im Laufe der Jahre besucht habe, denken übrigens von mir das Gleiche. Natürlich weiß ich, dass bestimmte Inhaltsstoffe meiner Haut guttun: Hyaluron, Q10, Vitamin E und wie sie alle heißen. Gänzlich auf sie verzichten möchte ich nicht. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mit Anfang 50 trotzdem Falten, die einfach nur sehr gepflegt sind. Der Erfolg meiner kosmetischen Experimente ist immer nur von kurzer Dauer.

Tiefgang statt Oberflächlichkeit

Manchmal möchte ich inzwischen mit einer dramatischen Geste alle Produkte aus dem Regal fegen und noch einmal neu anfangen. Über eine ästhetische Behandlung denke ich daher schon länger nach. Ein bisschen Botulinum in die Stirn, damit aus Furchen wieder charmante Denkerfältchen werden. Für die Kinnlinie hätte ich gerne einen Dermalfiller, der die Hängebäckchen nach oben zieht. Am meisten sehne ich mich jedoch nach mehr Frische. Einem verbesserten Hautbild. Auch das ist möglich. Mit Radiesse zum Beispiel, das die körpereigene Kollagenproduktion anregt und somit die Hautqualität nachhaltig verbessert.

Cremen, bis der Arzt kommt

Was hält mich also noch ab? Offengestanden: Bislang der Blick ins Portemonnaie. Nach einem Beratungstermin bei einem Arzt ist mir allerdings klar geworden, dass ich offensichtlich einer Milchmädchenrechnung aufgesessen bin. Für ein jugendlicheres Aussehen reicht eine einzige Behandlung mit Radiesse aus. Das dauert nicht länger als eine halbe Stunde und kostet je nach Substanzmenge zwischen 500 und 700 Euro. Allein mein aktuelles Anti-Aging-Serum schlägt mit über 100 Euro zu Buche. Und wie gesagt, es ist ja nicht mein einziges Produkt. Wir reden immer von „simplify your life“. Weniger ist mehr. Deshalb habe ich jetzt zum Hörer gegriffen und einen Termin für eine Behandlung gemacht. Und anschließend miste ich mein Badezimmer aus. Ich brauche Platz, um mein neues Ich besser im Spiegel sehen zu können.